Hilfreiche Inhalte: Was Google Website-Betreibern wirklich empfiehlt
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Hinweis: Dieser Artikel richtet sich an Unternehmerinnen und Unternehmer, die Inhalte für ihre Website selbst erstellen oder bei einer Agentur beauftragen. Er erklärt Googles Empfehlungen in einfachen Worten und trennt sie von Interpretationen aus der SEO-Branche.
Technische Hintergründe zur klassischen und generativen Suche findest du in der Artikelreihe über die Funktionsweise der KI-Suche. Unter allen SEO- und GEO-Fachartikeln stehen die weiteren Themen.
„Guter Content“ ist noch keine Arbeitsanweisung
Empfehlungen wie „Schreib hilfreiche Inhalte“, „Biete einen Mehrwert“ und „Achte auf Qualität“ klingen vernünftig, helfen dir bei der Arbeit an einer konkreten Seite allerdings kaum. Was sollst du bei deinem nächsten Text anders machen? Und woran erkennst du, ob eine Agentur einen hilfreichen Artikel geliefert hat?
Google beantwortet diese Fragen ausführlicher, als es der Begriff „Helpful Content“ vermuten lässt. In der Dokumentation über hilfreiche, verlässliche und für Menschen erstellte Inhalte stehen Kontrollfragen für Website-Betreiber. Seit 2026 gibt es zusätzlich einen Leitfaden für Inhalte in Googles generativen Suchfunktionen.
Beide Dokumente verfolgen dieselbe Richtung. Ein Inhalt sollte für ein vorhandenes Publikum erstellt werden, eigene Erfahrung oder Fachkenntnis erkennen lassen und die Aufgabe des Lesers erfüllen. Bei generativen Suchfunktionen spricht Google inzwischen ausdrücklich von einzigartigen, hilfreichen und verlässlichen Inhalten, die nicht austauschbar sind.
Googles Fragen für deine Inhaltsprüfung
Die vollständige Google-Dokumentation ist länger, als eine Checkliste für den Schreibtisch sein sollte. Für eine erste Prüfung lassen sich die dort genannten Punkte auf zwei Gruppen verteilen.

Diese Fragen solltest du möglichst mit Ja beantworten:
- Enthält die Seite eigene Informationen, Recherche, Analyse oder Erfahrung?
- Wird das Thema so vollständig behandelt, dass ein Leser seine Aufgabe anschließend erledigen kann?
- Ist erkennbar, wer den Inhalt erstellt hat und welche Erfahrung oder Qualifikation diese Person besitzt?
- Sind Quellen, Methoden und mögliche Grenzen der Aussage nachvollziehbar?
- Würdest du die Seite einem Kunden schicken, der dieselbe Frage im Gespräch gestellt hat?
Bei diesen Fragen ist ein Ja dagegen ein Warnsignal:
- Wurde der Inhalt vorrangig erstellt, um Besuche aus Suchmaschinen zu erhalten?
- Produzierst du viele Seiten zu unterschiedlichen Themen, weil einige davon schon ranken werden?
- Fasst der Text hauptsächlich andere Quellen zusammen, ohne eine eigene Information oder Einordnung hinzuzufügen?
- Wurde ein Thema ausgewählt, obwohl im Unternehmen weder Erfahrung noch Fachkenntnis dazu vorhanden ist?
- Änderst du das Datum einer Seite, obwohl du ihren Inhalt nicht wesentlich überarbeitet hast?
Eine einzelne ungünstige Antwort beweist noch keine algorithmische Abwertung. Die Fragen dienen der ehrlichen Selbstprüfung. Google empfiehlt sogar, hierfür eine unbeteiligte Person hinzuzuziehen, der du vertraust. Bei einer Website mit vielen älteren Artikeln solltest du außerdem prüfen, welche Seitentypen und Suchanfragen von einem Sichtbarkeitsverlust betroffen waren.
Eigene Erfahrung macht Inhalte unterscheidbar
Was unterscheidet nun einen austauschbaren Text von einem Inhalt, für den dein Unternehmen eine gute Quelle ist? Nehmen wir eine Segelmacherei an der Ostsee. Eine allgemeine Erklärung unterschiedlicher Segeltücher lässt sich aus vorhandenen Quellen zusammenfassen. Interessanter wird die Seite, wenn der Betrieb zeigt, wie ein 30 Jahre altes Großsegel restauriert wurde, weshalb das ursprüngliche Material ersetzt werden musste und welche Nähte an den Belastungspunkten verändert wurden.
Die Informationen aus diesem Auftrag existieren zunächst nur in der Werkstatt. Ein Sprachmodell kann beim Gliedern, Formulieren oder Überarbeiten helfen. Die fachliche Grundlage muss allerdings von der Segelmacherei kommen. Hierzu zählen eigene Fotos, Materialentscheidungen, Fehler, Messwerte und die spätere Erfahrung mit dem reparierten Segel.
Google verwendet in seinem Leitfaden für generative Suchfunktionen einen ähnlichen Gegensatz. Austauschbare Inhalte beruhen meist auf allgemeinem Wissen, das von vielen Quellen stammen könnte. Einzigartige Inhalte liefern dagegen eine konkrete Perspektive, eigene Erfahrung oder Informationen, die über vorhandene Zusammenfassungen hinausgehen.
Was das Attribut contentEffort belegt
In den 2024 veröffentlichten Content-Warehouse-Dokumenten steht ein Attribut namens contentEffort. Beschrieben wird es als eine auf einem LLM beruhende Schätzung des Aufwands für Artikelseiten. Mehr lässt sich aus diesem Eintrag zunächst nicht sicher ableiten.
Das Attribut zeigt, dass ein internes Datenmodell eine derartige Information vorsah. Der Eintrag erklärt allerdings nicht, ob contentEffort zum Zeitpunkt der Veröffentlichung für Rankings verwendet wurde, mit welchem Gewicht dies geschah oder was das Modell unter Aufwand verstand. Der Begriff ist deshalb kein Nachweis dafür, dass Google erkennen kann, ob ein Mensch bei einem Text „mitgedacht“ hat.
Für meine praktische Arbeit ist ein unbekanntes internes Attribut ohnehin kein sinnvoller Ausgangspunkt. Entscheidend ist, welche konkrete Information aus eigener Erfahrung hinzukommt und ob der Text seinem Leser bei einer Aufgabe tatsächlich hilft. Auf diese Weise entsteht ein besserer Inhalt, ohne einen geheimen Punktwert erraten zu müssen.
Das Helpful Content Update ist heute kein separates System mehr
Google führte 2022 ein Helpful Content System mit einem websiteweiten Signal ein. Dieses System sollte Inhalte erkennen, die wenig eigenen Wert boten oder für Suchende kaum hilfreich waren. Im März 2024 änderte Google die Architektur. Seitdem wird die Nützlichkeit von Inhalten über mehrere Signale und Ansätze innerhalb der Core-Ranking-Systeme bewertet. Ein einzelnes Helpful Content System gibt es daher nicht mehr.
Auch hier gilt die Unterscheidung zwischen Seiten- und Website-Ebene. Googles Systeme arbeiten überwiegend mit einzelnen Seiten, verwenden daneben jedoch websiteweite Signale und Klassifikatoren. Schwache Inhalte können somit in die Bewertung anderer Seiten einfließen. Google weist zugleich ausdrücklich darauf hin, dass schlechte websiteweite Signale nicht automatisch jedes einzelne Dokument am Ranking hindern.
Deshalb sollte auch die Bereinigung alter Inhalte nicht nach einer pauschalen Löschquote erfolgen. Prüfe zunächst, ob eine Seite Besucher erreicht, Backlinks besitzt, für andere Seiten benötigt wird oder mit einer besseren Seite zusammengeführt werden kann. Eine Aktualisierung, Weiterleitung oder Entfernung ist erst danach zu entscheiden.
E-E-A-T hilft bei der Beurteilung von Vertrauen
E-E-A-T steht für Experience, Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness. Auf Deutsch geht es um Erfahrung, Fachkenntnis, Ansehen und Vertrauenswürdigkeit. Google bezeichnet Trust bzw. Vertrauenswürdigkeit als den wichtigsten Teil. Die Bedeutung der anderen Aspekte kann sich je nach Thema unterscheiden.
E-E-A-T ist allerdings kein einzelner Rankingfaktor und kein messbarer Punktwert. Die Begriffe stammen aus Googles Empfehlungen und den Richtlinien für menschliche Search Quality Rater. Diese Personen prüfen, ob Änderungen an den Suchsystemen insgesamt bessere Ergebnisse liefern. Sie verändern keine Rankings einzelner Seiten, und ihre Bewertungen fließen laut Google nicht direkt in die Ranking-Algorithmen ein.
Damit ist E-E-A-T auch keine öffentliche Übersetzung von Q*. Q* wird in einem DOJ-Exponat als Qualitätsmaß für ein einzelnes Dokument beschrieben. E-E-A-T ist dagegen ein Beurteilungsrahmen. Beide Begriffe erfüllen unterschiedliche Aufgaben und sollten technisch nicht gleichgesetzt werden.
Für die praktische Arbeit erfüllt dieser Rahmen eine klare Funktion. Bei einem Erfahrungsbericht sollte erkennbar sein, was die Autorin selbst erlebt oder geprüft hat. Bei rechtlichen, medizinischen oder finanziellen Themen wird die nachweisbare Fachkenntnis wichtiger. Für jede Seite gelten nachvollziehbare Quellen, klare Verantwortlichkeit und korrekte Angaben zum Unternehmen.
KI-Unterstützung ist nicht automatisch ein SEO-Problem
Google bewertet Inhalte grundsätzlich nach ihrem Nutzen und ihrer Qualität, unabhängig von der Herstellungsweise. Der Einsatz generativer KI verstößt daher nicht automatisch gegen die Richtlinien. Verboten ist skalierter Missbrauch. Gemeint sind viele wenig originelle Seiten, die vorrangig erstellt werden, um Rankings zu manipulieren. Ob Menschen, Automatisierung oder beide zusammen diese Seiten produziert haben, ändert an der Richtlinie nichts.
Für eine beauftragte Produktion folgt daraus eine klare Aufgabenverteilung. Die Agentur oder das Sprachmodell kann bei Recherche, Struktur und Formulierung unterstützen. Fachliche Entscheidungen, Beispiele aus dem Betrieb und die abschließende Verantwortung dürfen dabei nicht erfunden werden. Vor der Veröffentlichung muss eine fachkundige Person jede Aussage prüfen.
So prüfst du den nächsten gelieferten Artikel
- Entferne gedanklich den Firmennamen: Lässt sich noch erkennen, weshalb dieser Text von deinem Unternehmen stammt?
- Markiere jede fachliche Aussage: Ist sie durch deine Erfahrung, eigene Daten oder eine benannte verlässliche Quelle gedeckt?
- Prüfe die Aufgabe des Lesers: Kann er nach dem Text eine Entscheidung treffen oder den nächsten Schritt ausführen?
- Kontrolliere Autor und Verantwortung: Ist erkennbar, wer den Inhalt erstellt oder fachlich geprüft hat?
- Vergleiche mit vorhandenen Seiten: Ergänzt der Artikel deine Website oder wiederholt er lediglich, was dort bereits steht?
Nach dieser Prüfung weißt du mehr als nach einer pauschalen Bewertung als „guter Content“. Du erkennst, welche Information fehlt, wer sie liefern muss und ob die Seite einen eigenen Zweck erfüllt.
Im dritten Teil über Kundenfragen, Keywords und Suchvolumen geht es nun um die Themenwahl. Dabei klären wir, wofür Keyword-Daten nützlich sind, wo ihre Grenzen liegen und welche Fragen du direkt aus deinem Geschäftsalltag übernehmen kannst.
Über diesen Artikel
Die inhaltliche Verantwortung für jeden Artikel auf diesem Blog liegt bei mir, Patrick Stolp. Thema, These, Recherche und fachliche Prüfung sind meine Arbeit – hier wird nichts veröffentlicht, das ich nicht selbst konzipiert, geschrieben und als korrekt verifiziert habe. Generative KI (Claude von Anthropic) kommt punktuell als Werkzeug zum Einsatz – etwa für Formulierungsentwürfe oder das Gegenlesen technischer Erklärungen. Kein KI-Output landet ungeprüft oder unverändert auf dieser Seite. Beitragsbilder werden mit Google Nano Banana 2 erstellt.
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